Im EIP-Projekt „RoggReis“ entwickeln die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL) und ihre Partner eine nachhaltige Reisalternative aus Brandenburger Bio-Roggen. Ziel der Produktentwicklung ist es, ein Äquivalent zu herkömmlichem Reis zu erhalten. Denn das genügsame Getreide Roggen kommt mit leichten Böden und Trockenheit gut zurecht. Im Hinblick auf eine notwendige Klimaanpassung ist Roggen eine gute Option und gehört schon heute zur wichtigsten Ackerbaukultur im ökologischen Landbau in Brandenburg.
Risotto-Reis, Milchreis und Langkornreis aus Bio-Roggen
Zum Projektende sollen mindestens drei Produkte entwickelt werden: ein Ersatz auf Basis von Brandenburger Roggen für Risotto-Reis bzw. Milchreis, für Langkornreis sowie eine glutenfreie Variante auf Basis von Hafer. Diese sollen sowohl für Großverbraucher als auch im Einzelhandel unter einer eigenen Marke positioniert werden.
Die Produktentwicklung zielt darauf ab, hinsichtlich Kocheigenschaften, Konsistenz und Farbe ein Äquivalent zu herkömmlichem Reis zu erhalten. Hierzu werden die ernährungsphysiologischen sowie technofunktionellen Eigenschaften des neuen Produkts erforscht und bezüglich Sortenwahl und Verarbeitungsverfahren weiterentwickelt. RoggReis-Produkte sollen schließlich eine vergleichbare oder vorteilhaftere Nährstoffzusammensetzung und eine ähnliche Farbe wie herkömmlicher Reis aufweisen.
Die ersten Ergebnisse liegen vor
Durch Schleifversuche, Nährstoffanalysen sowie Koch- und Geschmackstests konnte die Sortenauswahl auf zwei Favoriten eingegrenzt werden: Lichtkorn-Roggen und Helltop. Jetzt besteht weiterer Optimierungsbedarf hinsichtlich der Kocheigenschaften bzw. Konsistenz. Hierzu werden verschiedene Verfahren getestet, darunter Parboiling, Vorkochen, Dämpfen sowie mehrmaliges Waschen und Trocknen. Nach intensiven Tests zeigen die ersten Ergebnisse, dass insbesondere der Milchreis aus Roggen geschmacklich und in der Konsistenz vielversprechend ist.
Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wird das Projekt „RoggReis“ mit rund 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des EU-Fonds gefördert. Insgesamt sind neun Betriebe und Institutionen aus Landwirtschaft und Wissenschaft beteiligt.